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حزب الله از انقلاب لبنان هراس دارد [کریستین ویسفلاگ، نویه زوریشر سایتونگ (سوئیس)، 23 اکتبر 2019] (اداره کل رسانه های خارجی، مترجم: عطیه خرم)

از حدود یک هفته پیش، در سراسر لبنان تظاهراتی متحد و فرا حزبی علیه دولت این کشور ادامه دارد. اما این وحدت مردمی همگان را خوشحال نمی کند. به نظر می رسد حزب الله، گروه تحت الحمایه ایران بیش از دیگران از این موضوع ناراضی است. مردم در مناطق شیعه نشین مقابل دفتر حزب الله تظاهرات کرده و در جنوب لبنان نیز علیه نبیه بری، رئیس پارلمان و رئیس حزب امل شعار دادند.

حزب الله از انقلاب لبنان هراس دارد

1.    از حدود یک هفته پیش، در سراسر لبنان تظاهراتی متحد و فرا حزبی علیه دولت این کشور ادامه دارد. اما این وحدت مردمی همگان را خوشحال نمی کند. به نظر می رسد حزب الله، گروه تحت الحمایه ایران بیش از دیگران از این موضوع ناراضی است. مردم در مناطق شیعه نشین مقابل دفتر حزب الله تظاهرات کرده و در جنوب لبنان نیز علیه نبیه بری، رئیس پارلمان و رئیس حزب امل شعار دادند.
2.    این اعتراضات بسیار قابل توجه است، زیرا حزب الله طی انتخابات مه 2018 تعداد کرسی های خود را در پارلمان افزایش داد و به همراه همپیمانان مسیحی خود، جایگاه برتری را به دست آورد. بدین ترتیب به دشواری می توان قانونی را خلاف خواست حزب الله تصویب کرد. سرانجام پس از نه ماه تلاش، سعد الحریری سنی مذهب که طرفدار غرب محسوب می شود، مجبور به اعطای امتیازات دردناکی برای تشکیل دولت شد.
3.    جای تعجب ندارد که روز شنبه حسن نصرالله، رهبر حزب الله قاطعانه با استعفای دولت مخالفت کرد. اما اکثریت قریب به اتفاق لبنانی ها دیگر وعده های حریری برای انجام اصلاحات را باور ندارند. اما اکنون سؤال این است: آیا جنبش اعتراضی که تاکنون چارچوب و سازماندهی مشخصی نداشته، قادر است پا بر جا مانده و به حرکت خود ادامه دهد؟ ممکن است برخی از ناراضیان به جای اینکه خطر رویارویی مسلحانه را بپذیرند، با بسته اصلاحات اعلام شده راضی شوند.
4.    فرای این که مردم لبنان قیام خود را علیه نخبگان تا کجا به پیش خواهند برد، حزب الله همچنان تلاش خواهد کرد تا آن را تضعیف نموده و دوباره لبنان را تجزیه کند. اما حتی برای حزب الله نیز چنین اقدامی خالی از خطر نیست. اگرچه این گروه شبه نظامی با مقاومت در برابر اشغال اسرائیل، احترام زیادی در میان مردم دارد، اما بسیاری حزب الله را عامل وضعیت بد اقتصادی می دانند. این گروه لبنان را به محور سوریه و ایران متصل می کند که در حال نبردی بی پایان علیه اسرائیل هستند.
منبع: اداره کل رسانه های خارجی

 

Der Hizbullah fürchtet die libanesische Revolution
Im Gegensatz zum Volk will der Hizbullah den Sturz von Libanons Regierung verhindern. Ob es zu Blutvergiessen kommt, hängt davon ab, wie weit die Protestbewegung und die von Iran unterstützte Schiitenmiliz gehen wollen.
Christian Weisflog, Beirut 23.10.2019,
Seit fast einer Woche halten die landesweiten Demonstrationen gegen die libanesische Regierung an. Auch der Ökonom Sami Nader sagt: «Das hat es noch nie gegeben. Die Proteste vereinen alle Religionsgruppen vom äussersten Norden bis zum Süden und von West bis Ost.» Die Revolution wird von keiner Partei angeführt, in den Menschenmassen ist jeweils nur die rot-weisse libanesische Flagge mit der grünen Zeder zu sehen. Selbst der zum Rücktritt aufgeforderte Ministerpräsident Saad Hariri sagte am Montag: «Die Proteste haben die libanesische Identität wieder zu dem gemacht, was sie sein sollte.»
Regierung in Hizbullahs Händen
Doch diese Einheit des Volkes gefällt nicht allen. Am meisten scheint sie der von Iran unterstützte Hizbullah zu fürchten. Auch in seinen schiitischen Hochburgen in der Bekaa-Ebene an der Grenze zu Syrien und im Süden des Landes gab es wütende Proteste – unter anderem vor dem Büro des Hizbullah-Politikers Mohammed Raad. Ebenfalls Zielscheibe des Volkszorns war die Amal-Bewegung, die mit dem Hizbullah verbündete zweite grosse Schiitenpartei. «Dieb, Dieb, Nabih Berri ist ein Dieb», so skandierten Demonstranten in Südlibanon gegen den Amal-Chef und Parlamentspräsidenten.
Die Proteste sind umso bemerkenswerter, als der Hizbullah bei der Wahl im Mai 2018 seine Sitze im Parlament leicht auf 14 erhöhen konnte und gemeinsam mit seinen vor allem auch christlichen Verbündeten ein Übergewicht in der Volksvertretung erlangte. Kurz gesagt: Erstmals seit der Zedernrevolution und dem Abzug der syrischen Truppen 2005 gewann eine antiwestliche Allianz die libanesische Parlamentswahl. Kaum ein Gesetz kann deshalb gegen den Willen des Hizbullah verabschiedet werden. Um nach neun Monaten endlich eine Regierung bilden zu können, musste der als prowestlich geltende Sunnit Hariri schmerzhafte Zugeständnisse machen.
Wenig überraschend sprach sich Hizbullah-Führer Hassan Nasrallah am Samstag klar gegen einen Rücktritt der Regierung aus. Dies wäre eine «Zeitverschwendung», weil die politischen Gruppen erneut lange streiten würden, um ein neues Kabinett zu bilden. Eine Regierung von unabhängigen Technokraten, wie sie die Demonstranten fordern, werde sich keine zwei Wochen halten. Nasrallah forderte von der amtierenden Regierung lediglich einen «neuen Geist», um die Probleme des Landes zu lösen.
Gefahr einer blutigen Konfrontation
Doch die überwiegende Mehrheit der Libanesen glaubt Hariris Reformversprechen nicht mehr. «Sie wollen den Rücktritt der Regierung», sagt der Analyst Nader. Die Frage jedoch ist, ob die bisher wenig organisierte Protestbewegung ihren Schwung aufrechterhalten kann. Gut möglich, dass sich nun ein Teil der Unzufriedenen mit dem angekündigten Reformpaket begnügt, statt das Risiko einer Konfrontation in Kauf zu nehmen. Nader hingegen sagt: «Ich glaube, die Proteste werden anhalten, denn die Menschen haben nichts mehr zu verlieren. Ihre wirtschaftliche Situation ist so verzweifelt.»
Wie dramatisch sich die Konfrontation verschärfen könnte, zeigte sich am Montagabend. Eine grosse Motorradkolonne mit Hizbullah- und Amal-Fahnen fuhr in der Hauptstadt Beirut zum zentralen Protestplatz vor der grossen Freitagsmoschee, wo noch immer Tausende von Demonstranten versammelt waren. Die Armee hielt den Konvoi auf und verhinderte somit Zusammenstösse. Hizbullah und Amal beteuerten danach, nichts mit der Aktion zu tun zu haben. Doch vermutlich war sie ein ganz deutliches Warnsignal.
Viele Libanesen dürften sich an den Mai 2008 erinnert haben. Damals erklärte die Regierung das Telekommunikationsnetz des Hizbullah für illegal und setzte den mit ihm verbandelten Sicherheitschef des Flughafens ab. Nasrallah sprach danach von einer «Kriegserklärung» und schickte seine Kämpfer ins Zentrum von Beirut. Nachdem diese mehrere sunnitische Viertel erobert und regierungsnahe Medien zum Schweigen gebracht hatten, machte das Kabinett seinen Entscheid rückgängig.
Gefangen in der iranischen Achse
Wie weit auch immer die Libanesen ihren Aufstand gegen die Elite noch bringen werden, der Hizbullah wird versuchen, ihn zu untergraben und das libanesische Volk erneut zu spalten. So fand etwa am Dienstag eine seltsame Demonstration vor der Zentralbank statt. Eine kleine Gruppe von jungen Leuten skandierte antiamerikanische Parolen, die bisher bei den Protesten nicht zu hören gewesen waren. «Überall, wo die USA sind, gibt es Probleme», sagte einer der Einpeitscher. Gefilmt wurde alles vom Fernsehsender al-Mayadeen, der oft eine deutlich proiranische und prosyrische Schlagseite hat.
Doch auch für den Hizbullah ist die Konfrontation nicht ohne Risiko. Die Miliz hat mit ihrem Widerstand gegen die israelische Besatzung viel Ansehen über die schiitische Bevölkerung hinaus gewonnen. Zuletzt konnte sie unter Christen auch Sympathiepunkte für ihren Kampf in Syrien an der Seite des Asad-Regimes sammeln. Grund dafür war vor allem die Angst vor einer Machtergreifung sunnitischer Islamisten in Damaskus. Innenpolitisch sehen nun aber nicht wenige den Hizbullah als eine Ursache der wirtschaftlichen Misere. Er bindet das Land an die syrisch-iranische Achse, die einen endlosen Krieg gegen Israel führt. Mit den harten amerikanischen Sanktionen gegen Teheran und den Hizbullah ist der Preis, den Libanon dafür bezahlt, nochmals erheblich gestiegen.
https://www.nzz.ch/international/libanon-unruhen-hizbullah-fuerchtet-revolution-ld.1517014

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