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ایران از اهرم "اعمال فشار هسته ای" استفاده می کند[ویسفلاگ کریستین، _نویه زوریشر سایتونگ (سوئیس)، 11 نوامبر 2019] (اداره کل رسانه های خارجی: عطیه خرّم)

تاکنون ایران همواره طی گام هایی کوچک از توافق هسته ای فاصله گرفته، اما هفته گذشته تهران ناگهان گام بزرگ و قابل توجهی برداشت: روز دوشنبه، ایران شصت سانتریفیوژ مدرن IR-6 را به کار انداخت و همچنین شب پنجشنبه، 1044 سانتریفیوژ قدیمی در تأسیسات هسته ای فوردو را با هگزا فلوراید اورانیوم پر کرد. به نظر می رسد ایران خروج آمریکا از توافق هسته ای و تحریم های دردناک اقتصادی واشنگتن را عاملی برای مشروعیت بخشیدن به غنی سازی نامحدود اورانیوم می داند.

 ایران از اهرم "اعمال فشار هسته ای" استفاده می کند

1.    تاکنون ایران همواره طی گام هایی کوچک از توافق هسته ای فاصله گرفته، اما هفته گذشته تهران ناگهان گام بزرگ و قابل توجهی برداشت: روز دوشنبه، ایران شصت سانتریفیوژ مدرن IR-6 را به کار انداخت و همچنین شب پنجشنبه، 1044 سانتریفیوژ قدیمی در تأسیسات هسته ای فوردو را با هگزا فلوراید اورانیوم پر کرد.
2.    به نظر می رسد ایران خروج آمریکا از توافق هسته ای و تحریم های دردناک اقتصادی واشنگتن را عاملی برای مشروعیت بخشیدن به غنی سازی نامحدود اورانیوم می داند.
3.    مایک پومپئو در توئیتی در این باره هشدار داد و خواستار پاسخ بین المللی قاطعانه شد. پومپئو امیدوار است که خطر فزاینده ناشی از ایران مسلح به سلاح هسته ای، موجب شود که نه تنها اروپایی ها بلکه روسیه و چین نیز از خط مشی سختگیرانه آمریکا پیروی کنند تا تهران وادار شود به میز مذاکره برگردد.
4.    اما تاکنون، بازگشت رژیم ایران بعید به نظر می رسد. علت این امر در سیاست داخلی نهفته است: فشارهای بیرونی، تندروها را تقویت می کند. همچنین، اگرچه تحریم های واشنگتن اقتصاد ایران را درگیر بحران عمیقی کرده است، اما به نظر نمی رسد که مقاومت ایران در آینده نزدیک در هم بشکند.
5.    در همین حال، تهران بیش از پیش معتقد شده که نیازی به نگرانی درباره اقدامات تلافی جویانه نظامی دونالد ترامپ نیست. انفعال واشنگتن باعث شده که امارات متحده عربی و حتی عربستان سعودی لحن سخنان خود را علیه ایران تعدیل کنند.
6.    در عین حال، ایده قدیمی "حمله جراحی" به تأسیسات هسته ای ایران، به علت انتقال آنها به فاصله بسیار زیادی از سطح زمین به نظر نمی رسد که دیگر گزینه قابل قبولی باشد.
7.    حتی اگر ایران با برگزاری مذاکرات موافقت کند، بازگشت به وضعیت پیشین به سختی امکان پذیر است.
منبع: اداره کل رسانه های خارجی

 

Iran setzt auf «nukleare Erpressung»
Iran weitet die Urananreicherung schnell aus und verabschiedet sich seinerseits vom Atomabkommen. Uranspuren in einem geheimen Lagerhaus nähren zusätzlich Zweifel, ob es Teheran jemals ernst war.
Christian Weisflog, 11.11.2019, NZZ
Bisher verabschiedete sich Iran in kleinen Schritten vom Atomabkommen. Doch vergangene Woche erhöhte Teheran die Schlagzahl markant. Sie hätten sechzig moderne Zentrifugen des Typs IR-6 in Betrieb genommen, verkündete der Leiter der iranischen Atombehörde am Montag. Dadurch sei die tägliche Produktion von schwach angereichertem Uran von 450 Gramm auf 5 Kilogramm verzehnfacht worden. Eine noch effizientere Zentrifuge befinde sich in der Entwicklung.
Anreicherung im Untergrund
In der Nacht auf Donnerstag füllte Iran zudem auch die 1044 alten Gaszentrifugen in der Nuklearanlage Fordo mit Uranhexafluorid. Im Rahmen des Atomabkommens musste Teheran die tief in einen Berg gebaute Anreicherungsanlage in ein Forschungszentrum umwandeln. Nun wurde auch dieser Schritt rückgängig gemacht. Zurzeit werde Uran bis zu 5 Prozent mit dem spaltbaren Isotop 235 angereichert, sagte der Sprecher der iranischen Atombehörde am Samstag und fügte hinzu: «Iran hat die Kapazität, Uran auf 5, 20, 60 oder jede andere Prozentzahl anzureichern.»
Iran darf Uran gemäss dem Atomabkommen lediglich auf 3,67 Prozent anreichern. Die Gesamtmenge ist auf maximal 300 Kilogramm beschränkt. Nun verfügt Teheran bereits über 500 Kilogramm schwach angereichertes Uran. Im Vergleich zur Situation vor dem 2015 unterzeichneten Abkommen ist das immer noch wenig. Damals besass Iran rund 10 000 Kilogramm Uran, die bis zu 20 Prozent angereichert waren. Um tatsächlich eine Atombombe bauen zu können, hätte auch dies nicht gereicht. Dafür benötigt die Islamische Republik genügend Spaltmaterial, das über 90 Prozent angereichert ist. Experten schätzten die Zeitspanne, die Teheran für die Herstellung dieses waffenfähigen Urans braucht, bisher auf zwölf Monate. Mit den wesentlich leistungsstärkeren Zentrifugen jedoch verkürzt sich diese «breakout-time».
Wie exakt die Schätzungen sind, ist jedoch fraglich. Denn für eine genaue Prognose braucht es eine gesicherte Faktenlage. Und diese fehlt womöglich. Davon zeugt ein Vorfall aus dem Frühjahr, der erst jetzt bekannt wurde. Aufgrund von Informationen des israelischen Geheimdienstes inspizierte die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) im Frühjahr südlich von Teheran ein Lagerhaus. Dabei wurden natürliche und verarbeitete Uran-Partikel gefunden. Am Mittwoch und am Donnerstag hätten zu diesem Thema am Hauptsitz der IAEA in Wien zwei Sitzungen stattgefunden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Teheran behindere die Suche nach der Herkunft des Urans, sagte demnach Massimo Aparo, der stellvertretende Generaldirektor, gegenüber Diplomaten hinter verschlossenen Türen.
Nach israelischen Angaben hatten sich in dem Lagerhaus 15 Kilogramm radioaktives Material befunden. Nach jetzigem Wissen war das Uran jedoch nicht hoch angereichert. Trotzdem nährt Iran durch sein intransparentes Verhalten den Verdacht, es habe insgeheim stets an einem nuklearen Waffenprogramm gearbeitet.
Inspektorin wird festgehalten
Ebenfalls am Donnerstag entzog Teheran einer Inspektorin der IAEA die Akkreditierung. Nach iranischer Darstellung löste die Frau einen Alarm aus, als sie beim Eingang zur Urananreicherungsanlage Natanz durch die Sicherheitskontrolle ging. Ein Detektor für chemische Stoffe habe angegeben, dass die Frau «verdächtiges Material» auf sich trage. Teheran hat bisher nicht erklärt, um welche Substanz es sich genau handeln soll. Offenbar wurde die Inspektorin kurzzeitig festgehalten, bevor sie das Land verlassen konnte.
Aber unabhängig davon, was Iran im Geheimen treiben mag, fühlt sich das Land durch den amerikanischen Austritt aus dem Atomabkommen und Washingtons schmerzhafte Wirtschaftssanktionen offensichtlich dazu legitimiert, die Urananreicherung unlimitiert zu beschleunigen. Iran bereite sich auf einen schnellen Breakout vor, sagte der amerikanische Aussenminister Mike Pompeo in einem Tweet warnend und rief zu einer geschlossenen internationalen Reaktion auf: «Es ist für alle Staaten an der Zeit, die nukleare Erpressung abzulehnen und den Druck zu erhöhen.»
Washington gehen die Optionen aus
Pompeo hofft, dass die wachsende Gefahr eines nuklear bewaffneten Irans nicht nur die Europäer, sondern auch Russland und China auf den harten amerikanischen Kurs einschwenken lässt. Mit dieser geeinten Front und maximalem Druck soll Teheran dann an den Verhandlungstisch gezwungen werden. Doch bis jetzt scheint ein Einlenken des iranischen Regimes unwahrscheinlich. Die Gründe dafür sind auch innenpolitisch: Der äussere Druck stärkt die Hardliner. Diesen Vorteil wollen sie sich bis zu den Parlamentswahlen 2020 und den Präsidentschaftswahlen 2021 nicht nehmen lassen.
Washingtons Sanktionen haben die iranische Wirtschaft zwar in eine tiefe Krise gestürzt. Aber auch dies scheint den Durchhaltewillen bis anhin nicht brechen zu können. Umso mehr, als Präsident Hassan Rohani am Sonntag die Entdeckung eines grossen Erdölfeldes verkünden konnte. Dieses soll die iranischen Reserven um ein Drittel vergrössern. Ebenfalls am Sonntag begann Iran in Kooperation mit Russland den Bau des zweiten Atomreaktors in Bushehr für die zivile Stromproduktion.
Gleichzeitig ist in Teheran die Überzeugung gewachsen, dass es von den USA unter Präsident Donald Trump keine militärische Vergeltung befürchten muss. Bisher konnte Iran ungestraft eine amerikanische Drohne abschiessen und die saudischen Erdölanlagen angreifen. Das Zögern in Washington hat dazu geführt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und selbst Saudiarabien ihre zuvor konfrontative Rhetorik gegenüber Iran gemässigt haben.
Die alte Idee eines «chirurgischen Angriffs» auf die iranischen Atomanlagen scheint derweil kaum mehr eine Option zu sein. Teheran hat seine nukleare Infrastruktur derart in den Untergrund verlegt, dass es fraglich ist, ob sie bei einer Attacke wirklich grossen Schaden nähme. Und auch wenn Iran doch noch in Verhandlungen einwilligen sollte, wäre eine Rückkehr zum Status quo ante kaum mehr möglich. Das Know-how in nuklearen Belangen, welches das Regime nun mit der Entwicklung und dem Betrieb neuer Zentrifugen erwirbt, ist nicht mehr reversibel.
https://www.nzz.ch/international/iran-das-regime-weitet-die-urananreicherung-schnell-aus-ld.1520998

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