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خارج از کنترل [بکاس آندره، دی سایت (آلمان)، 11 نوامبر 2019] (اداره کل رسانه های خارجی، عطیه خرم)

در اردوگاه الهول که نزدیک شهری به همین نام قرار دارد، در حال حاضر حدود 71 هزار نفر از جمله آوارگان عراقی و سوری، و به خصوص نیروهای دولت اسلامی و زنان و کودکان آنها زندگی می کنند. حدود 11 هزار خارجی از 53 کشور و از جمله آلمان، در یک منطقه جداگانه زندگی می کنند و افرادی بسیار افراطی تلقی می شوند. آنچه که در اینجا اتفاق می افتد، می تواند عواقب بسیار خطرناکی برای سراسر جهان داشته باشد: این اردوگاه در معرض خطر تبدیل شدن به هسته جدید داعش (IS) می باشد.

خارج از کنترل
1. در اردوگاه الهول که نزدیک شهری به همین نام قرار دارد، در حال حاضر حدود 71 هزار نفر از جمله آوارگان عراقی و سوری، و به خصوص نیروهای دولت اسلامی و زنان و کودکان آنها زندگی می کنند. حدود 11 هزار خارجی از 53 کشور و از جمله آلمان، در یک منطقه جداگانه زندگی می کنند و افرادی بسیار افراطی تلقی می شوند. آنچه که در اینجا اتفاق می افتد، می تواند عواقب بسیار خطرناکی برای سراسر جهان داشته باشد: این اردوگاه در معرض خطر تبدیل شدن به هسته جدید داعش (IS) می باشد.
2. خبرنگاران به منظور حفظ امنیت خود، فقط اجازه دارند به قسمت ورودی بخشی که زنان خارجی مبارزان داعش به همراه فرزندان خود در آن زندگی می کنند، وارد شوند. این زنان از کشورهایی مانند روسیه، ازبکستان، تاجیکستان یا هلند می آیند.
3. یکی از این زنان که اهل ترکستان چین است و پنج سال پیش به سوریه آمده بود، می گوید در اردوگاه الهول، آنها در حال تشکیل یک "دولت اسلامی جدید" هستند. مرگ بغدادی تغییری در برنامه های آنان ایجاد نمی کند: "در حال حاضر خلیفه جدیدی وجود دارد."
4. مسئول بخش خارجی ها در اردوگاه الهول بسیار نگران است و او می گوید، در آغاز، بسیاری از زنان برای مرگ بغدادی سوگواری کردند: "آنها می گویند اکنون خلیفه بهتری وجود دارد." داعش پس از کشته شدن بغدادی، جانشین وی را اعلام کرده بود. روز به روز کنترل این زنان دشوارتر شده و کارشناسان هشدار می دهند که شرایط بد زندگی باعث می شود تا این افراد بیش از پیش افراطی شوند.
5. برخی از هواداران داعش احتمالا با کمک افرادی از خارج، از الهول فرار کرده اند. هیچ کس نمی داند که دقیقا چه تعداد توانسته اند به کشورهای خارجی فرار کنند و چه تعداد در حال حاضر در سوریه هسته جدیدی را تشکیل می دهند.
6. حتی برخی از حامیان داعش که تاکنون نتوانسته اند فرار کنند، نیز روز به روز به خطر بزرگتری تبدیل می شوند. گاهی اوقات آنها به نگهبانان یا سایر ساکنان اردوگاه حمله می کنند و برخی از حامیان داعش نیز در الهول خلافت جدیدی با دادگاه های شریعت مخصوص به خود ایجاد کرده اند. علاوه بر این، نیروهای باقیمانده داعش در خارج اردوگاه در تلاش هستند تا افراد جدیدی را جذب کنند.
منبع: اداره کل رسانه های خارجی

 

 

Außer Kontrolle
Im nordsyrischen Al-Haul sitzen Zehntausende IS-Anhänger fest. Die katastrophalen Zustände treiben ihre Radikalisierung voran. Einige träumen schon vom neuen Kalifat.
Andrea Backhaus, 11. November 2019, Die Zeit
Seit dem Einmarsch der türkischen Truppen hat sich die Lage im Nordosten Syriens dramatisch verändert. In den Städten und Dörfern in der Region kämpfen türkische und kurdische Truppen um die Kontrolle, in anderen Ortschaften rücken Soldaten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und seinen russischen Verbündeten vor. Auch Zivilisten, Ärzte und Helfer geraten unter Beschuss. Hunderttausende Menschen sind vor den Kämpfen auf der Flucht, innerhalb Syriens oder ins Nachbarland Irak. Unsere Reporterin Andrea Backhaus ist in diesen Tagen in Nordsyrien und im Nordirak unterwegs.
Man könnte denken, der Krieg habe Al-Haul ausgespart. In der Kleinstadt im Nordosten von Syrien, nahe der irakischen Grenze, herrscht trügerische Ruhe. Die Kämpfe zwischen türkischer Armee und kurdischen Milizen sind weit entfernt, bis zur Türkei sind es von hier gut 70 Kilometer Luftlinie. Und doch liegt vor der kurdisch kontrollierten Stadt einer der gefährlichsten Orte Syriens: Im gleichnamigen Lager von Al-Haul sitzen derzeit schätzungsweise 71.000 Menschen fest, darunter vertriebene Iraker und Syrer, aber vor allem Angehörige von Kämpfern des "Islamischen Staats", viele Frauen und Kinder. Rund 11.000 Ausländer aus 53 Ländern, einige auch aus Deutschland, sind in einem abgetrennten Bereich untergebracht, sie gelten als extrem radikalisiert. Was sich hier anbahnt, könnte Folgen weit über die Region hinaus haben: Das Lager droht, zur Keimzelle eines neuen IS zu werden.
Reporter dürfen nur in den Eingangsbereich jenes Teils, in dem die ausländischen Frauen von IS-Kämpfern mit ihren Kindern untergebracht sind. Die kurdischen Sicherheitsleute erlauben nicht, bis zu ihren Zelten zu gehen, denn sie könnten die Besucher angreifen. Viele von ihnen wurden Anfang des Jahres in das Lager gebracht, als das kurdisch geführte Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) Baghuz vom IS zurückeroberte. Baghuz war die letzte Enklave, die noch von den Terroristen gehalten wurde.
Direkt neben dem Eingang halten sich an diesem Tag rund zehn Frauen mit ihren Kindern auf. Ein paar von ihnen sitzen vor einem Zelt, andere spazieren vorüber. Alle sind vollverschleiert, einige haben auch die Augen verdeckt. Sie kommen aus Ländern wie Russland, Usbekistan, Tadschikistan oder den Niederlanden. Erst schweigen sie, aber dann stellen sich ein paar Frauen hinzu, die reden wollen.
"Die Ungläubigen verdienen das"
Eine stellt sich als Aisha Mohammed Emin vor, sie stamme aus dem chinesischen Turkestan, also ganz aus dem Westen der Volksrepublik, wo turkstämmige Bevölkerungsgruppen beheimatet sind. Ihr Mann sei im Gefängnis und sie mit den beiden Kindern hier. Vor fünf Jahren sei sie nach Syrien gekommen und bis zum Ende in Baghuz gewesen. Im "Islamischen Staat" zu leben, das habe für sie Freiheit bedeutet. Endlich habe sie einen Hidschab tragen können und ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken müssen. "Im Islamischen Staat durfte ich alles", sagt sie. Dass der IS Menschen bestraft, ihnen etwa den Kopf abgeschlagen habe, sei für sie in Ordnung gewesen: "Die Ungläubigen verdienen das."
In Al-Haul bauten sie nun einen neuen "Islamischen Staat" auf, sagt die Frau. Daran ändere auch der Tod von al-Bagdadi nichts. Der IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi hatte sich in die Luft gesprengt, nachdem er von einer US-Spezialeinheit in seinem Versteck in Idlib aufgespürt und umstellt worden war. Aber Aisha Mohammed Emin stört das nicht. "Es gibt ja schon einen neuen Kalifen."
Sätze wie diese bereiten Aylol al-Rezgar große Sorge. Sie ist im Lager von Al-Haul für den Ausländertrakt verantwortlich. Sie sitzt im Schneidersitz auf einer Matratze auf dem Boden eines Containers, der ihr Büro sein soll. Am Anfang hätten viele der Frauen um al-Bagdadi getrauert, sagt sie. "Jetzt sagen sie: Es gibt einen besseren Kalifen." Der IS hatte nach al-Bagdadis Tod einen Nachfolger verkündet. Es werde immer schwieriger, die Frauen zu kontrollieren, sagt al-Rezgar. "Sie sind eine Gefahr für die ganze Welt."
Entsteht im Untergrund schon der neue IS?
Das Lager von Al-Haul gab es schon lange vor Beginn des Syrienkriegs, es war lange ein Zufluchtsort für Iraker, die vor den Konflikten in ihrem Land über die Grenze flohen. Dann kamen vor drei Jahren die IS-Anhänger, schließlich die türkische Offensive, mit der Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine sogenannte Sicherheitszone entlang der türkisch-syrischen Grenze durchsetzen will. Al-Haul liegt weit außerhalb dieses Streifens, aber die Auswirkungen sind zu spüren. Die Zustände waren schon vorher prekär, seither sind sie katastrophal. Mit Ausnahme lokaler Helfer haben nahezu alle Hilfsorganisationen Nordsyrien verlassen, weshalb selbst die Grundversorgung kaum noch gewährleistet werden kann. Das Lager ist überfüllt, es fehlt an sauberem Wasser, Essen, sanitären Anlagen, medizinischer Versorgung, einfach an allem. Vor allem viele Kinder haben Infektionen und leiden an Mangelernährung, laut den UN sind schon einige Hundert daran gestorben. Bei einem Gang durch die dicht an dicht stehenden Zelte sieht man Kinder, die barfuß oder ohne Kleidung im Schmutz spielen, die Haare struppig, der Blick glasig. Experten warnen, die schlimmen Lebensumstände würden dazu beitragen, dass sich die Menschen hier nur noch weiter radikalisieren.
Viel ist geschrieben worden über den Verrat an den Kurden. Darüber, dass sie – fallen gelassen vom einstigen Verbündeten USA – nun aus purer Not das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad um Hilfe bitten müssen. Doch neben dem moralischen Versagen zeigen sich an Orten wie Al-Haul die Sicherheitsrisiken, die durch diesen Krieg entstehen. Die kurdischen Milizen, die den Nordosten Syriens seit 2014 kontrollierten, hatten Tausende Terroristen in ihren Gefängnissen gefangen gehalten. Doch nun werden viele kurdische Sicherheitskräfte eingezogen, um an der Front gegen die weiter vorrückenden türkischen Truppen und Milizen zu kämpfen. Die mangelnde Bewachung der Lager und Gefängnisse nutzen die Dschihadisten aus, seit Beginn der Offensive sind bereits Hunderte entkommen. Auch aus Al-Haul sind etliche IS-Sympathisanten ausgebrochen, vermutlich mit Unterstützung von außerhalb des Lagers.
Wie viele ins Ausland fliehen konnten und wie viele sich im Untergrund in Syrien bereits neu formieren, weiß niemand genau. Viele Menschen in Nordsyrien fürchten mögliche Schläferzellen, einige vermeiden es, im Dunkeln über die Landstraßen zu fahren, aus Angst vor Überfällen und Entführungen. In der Stadt Al-Haul sagen viele, dass sie fürchten, die IS-Anhänger könnten sich nach einem Ausbruch an ihnen rächen, weil sie ihrer Ideologie nicht folgen.
"Das Regime würde sie umbringen"
Doch auch die IS-Anhänger, die bislang nicht entkommen konnten, werden zu einer immer größeren Gefahr. Manchmal attackieren sie das Wachpersonal oder andere Lagerbewohner. Einige Anhängerinnen des IS haben in Al-Haul eine neue Terrorherrschaft errichtet, sie haben laut den Lagerverwaltern eine Art Mini-Kalifat errichtet, mit eigenen Scharia-Gerichten und Hinrichtungen. Zudem versuche der noch verbliebene Teil des IS von außen in dem Lager eine neue Anhängerschaft zu rekrutieren. Die Radikalisierung ist in Al-Haul in vollem Gange.
Wie es mit dem Lager weitergehen soll, darauf weiß Aylol al-Rezgar in ihrem Container-Büro keine Antwort. Sie würden jetzt darauf warten, dass die Heimatstaaten die IS-Anhänger zurückholen. Und wenn das nicht passiert? Immerhin hatten sich bislang vor allem die Europäer dagegen gewehrt. Al-Rezgar zuckt mit den Schultern. Sie, die Kurden, würden das Lager zunächst weiter betreuen. Man wolle die Leute nicht dem Assad-Regime überlassen. "Das Regime würde sie umbringen."
Das glaubt auch Am Alzhraa. Sie steht an der staubigen Straße eines Abschnitts in Al-Haul, in dem die Iraker untergebracht sind. Die Türken seien besser als das syrische Regime, sagt sie, die Frauen im Lager würden sich vor den Assad-Schergen fürchten. Alzhraa war aus dem irakischen Anbar einst nach Syrien gegangen, "um Dschihadistin zu werden", wie sie sagt. Ihr Mann sei ein IS-Kämpfer gewesen, jetzt sei er im Gefängnis, in welchem, das wisse sie nicht. Der IS habe Frauen respektiert. Ihr Mann habe eine zweite Frau geheiratet, aber das sei kein Problem gewesen. Er hätte auch vier haben können, sagt sie, das sei Männern ja laut Koran erlaubt. Und auch sie ist sich sicher: Wen der IS bestraft habe, der sei ein Ungläubiger gewesen und habe es verdient gehabt. "Die Ungläubigen, das sind alle, die uns angreifen."
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11/nordsyrien-al-haul-islamischer-staat-angehoerige-kurden-radikalisierung/komplettansicht

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